Internationale Fachmesse zur Entwicklung und Herstellung hybrider Bauteile.
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Im Blickpunkt der Forschung: „Wasserdichte“ Hybrid-Bauteile


Die KFZ-Elektronik ist heutzutage immer mehr in hybriden Bauteilen untergebracht. Dabei beherbergen Gehäuselösungen aus Metall-Kunststoff-Kombinationen oft hochsensible Sensoren und Steuerungselemente, deren Ausfall fatale Folgen hätte. Deshalb ist es wichtig, die empfindliche Elektronik vor Nässe und Fremdkörpern zu schützen. Um diese Anforderung zu realisieren wird als Verfahren das sogenannte „mediendichte“ Umspritzen eingesetzt. In einem aktuellen Forschungsprojekt untersucht derzeit das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum SKZ, wie mediendichtes Umspritzen besonders sicher und wirtschaftlich gelingt.
 
Das mediendichte Umspritzen von Einlegeteilen ist ein wichtiger Aspekt in der Verbund- bzw. Hybridtechnologie. Mediendichtheit ist überall dort gefragt, wo das Eindringen von Feuchtigkeit oder Fremdkörpern die Funktionen eines Bauteils stark beeinträchtigen oder sogar zu dessen Versagen führen kann. Dies ist vor allem bei elektronischen Komponenten relevant, bei denen es in diesen Fällen zu Kurzschlüssen kommen kann – so zum Beispiel bei hochsensiblen Sensoren und Steuerungselementen etwa für die Regelung von Brems- und Fahrwerksystemen.
 
Die Fertigung mediendichter Hybrid-Bauteile selbst ist jedoch mit mehreren Arbeitsschritten verbunden: Meist ist ein zweistufiges Umspritzen, der Einsatz von Haftvermittlern oder eine vorausgehende Oberflächenbehandlung der Einlegeteile erforderlich. Und selbst dann ist nicht immer garantiert, dass sich das gewünschte Ergebnis zuverlässig in der geforderten Qualität und wirtschaftlich erzielen lässt.
 
Aus diesem Grunde wird an Verfahren geforscht, um diese Mediendichtheit mit höchster Qualitätssicherheit herzustellen. So analysiert das SKZ in einem aktuellen Projekt die wesentlichen Einflüsse für mediendichte Verbindungen. Dabei wird vor allem der Frage nachgegangen, ob sich die Mediendichtheit von Kunststoff-Metall- bzw. Kunststoff-Keramikverbindungen bereits in der Konstruktionsphase so positiv beeinflussen lässt, dass künftig auf Spezialwerkstoffe, Haftvermittler oder Oberflächenvorbehandlung verzichtet werden kann.
 
Die Forscher der SKZ konzentrieren sich dabei auf drei wesentliche Punkte:
  • Auf eine gezielte Gestaltung des Bauteils, um z.B. das Schwindungspotenzial im Umspritzbereich durch spezielle Bauteilgeometrien zu nutzen.
  • Auf eine Strukturierung der Oberfläche des Einlegeteils – so könnten z.B. „Labyrinthstrukturen“ die Dichtwirkung erhöhen.
  • Auf eine angepasste Prozessführung, bei der z.B. eine hohe Kontakttemperatur im Grenzbereich Einleger/Kunststoffummantelung genutzt wird, um die adhäsive Verbundhaftung zu maximieren.
 Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens sollen zur Weiterentwicklung wirtschaftlicher Fertigungsverfahren zur Herstellung von mediendichten Funktionsbauteilen aus Kunststoff/Metall und Kunststoff/Keramik beitragen. Davon profitieren insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen, die als Zulieferer den hohen Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie und der Medizintechnik gerecht werden müssen. Interessant ist zudem, dass sich das Projekt nicht nur auf die Untersuchung der heute gängigen Kunststoff-Metall-Anwendungen beschränkt, sondern sich auch dem noch relativ jungen Werkstoffverbund der Kunststoff-Keramik-Verbindungen annimmt. Aus diesem Grund werden auch Keramik-Hybride auf der diesjährigen hybridica 2010 vom 9. bis 12. November 2010 in München mit ihren Einsatzpotenzialen beleuchtet werden.

Download Forschungsposter "Mediendichtes Umsprtzen von Einlegeteilen (819 KB)
 
Das Forschungsvorhaben „Mediendichtes Umspritzen von Einlegeteilen aus Metall oder Keramik“ wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie über die AiF finanziert.


Mehr Informationen zu dem Forschungsprojekt:

SKZ - KFE GmbH,
Kunststoff-Forschung und -Entwicklung
Klaus Schink
E-Mail: k.schink@skz.de
Internet: www.skz.de
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